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26.05.2020 05:10:54


Gemeindeversammlung und Heizungssanierung im Kuspo

Aufgrund der COVID-19 Verordnung 2 ist eine Durchführung von Gemeindeversammlungen zurzeit verboten. Eine Aufhebung des Versammlungsverbots durch den Bundesrat ist heute nicht absehbar. Die ordentliche Gemeindeversammlung vom 9. Juni 2020 findet deshalb nicht statt und wird auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Jahresrechnung

Der Gemeinderat hat anlässlich seiner Sitzung vom 21. April 2020 die Jahresrechnung 2019 zuhanden des Rechnungsprüfungsorgans verabschiedet. Dieses prüft die Jahresrechnung. Der Gesamthaushalt schliesst mit einem Aufwandüberschuss von CHF -230'768.12. Die Besserstellung gegenüber dem Budget beträgt CHF 316'513.88. Die Genehmigung durch die Legislative erfolgt an der nächstmöglichen Gemeindeversammlung.

Heizungssanierung im Kuspo

Mit der Heizungssanierung im Kurs- und Sportzentrum steht dennoch ein dringendes, nicht aufschiebbares Geschäft an. Der Gemeinderat hat den dafür benötigten Gemeindeanteil als sogenannt gebundene Ausgabe beschlossen.

Das Wichtigste in Kürze
• Die bestehende Heizung (Wasserwärmepumpe) im Kuspo ist nicht mehr betriebsbereit sowie die Öl-Zusatzheizung durch den Ölfeuerungskontrolleur abgeschrieben.
• Im letzten Winter musste eine Notheizung eingesetzt werden mit Mehrkosten von gegen CHF 100‘000.
• Die Genehmigung des Gemeindeanteils von CHF 513‘000 liegt in der Kompetenz der Gemeindeversammlung.
• Wegen Covid-19 besteht ein Versammlungsverbot.
• Eine Aufschiebung der Heizungssanierung würde erneut Kosten von gegen CHF 100‘000 verursachen.
• Der Gemeinderat erachtet deshalb die Voraussetzungen für eine sogenannt gebundene Ausgabe als gegeben und hat dafür einen Verpflichtungskredit von CHF 513‘000 beschlossen.
• Dagegen kann Beschwerde erhoben werden.

Um was geht es?
Die Heizung im Kuspo funktionierte von Beginn weg mit einer Wasserwärmepumpe und einer zusätzlichen Ölheizung. In den letzten Jahren häuften sich die Probleme mit den Wärmetauschern infolge der in die Jahre gekommenen Flurwasserleitungen, aus denen nur noch stark verunreinigtes Wasser bezogen werden konnte. Dieses verunreinigte Wasser führt zu permanentem grossem Unterhalt der Filteranlagen und Plattentauscher. Die Flurgenossenschaft Lenkmöser lässt zwar zurzeit eine Bestandesaufnahme ihres Flurleitungsnetzes durchführen. Aufnahme und Planung der Sanierung wird jedoch noch Jahre in Anspruch nehmen. Infolge möglichem Wasserrückstaus und Überschwemmungsgefahr im Bereich der KUSPO-Sportplätze, musste als Notmassnahme bereits eine Überlaufleitung in die Simme erstellt und die Installation zum Wasserbezug ab der Flurleitung zurückgebaut werden. Der bestehende zusätzliche Öl-Kessel reicht leistungsmässig nicht für den gesamten Betrieb aus. Zudem wurde dieser durch den Ölfeuerungskontrolleur abgeschrieben und darf nicht mehr weiter betrieben werden. Als Übergangslösung und zur Erhaltung des Heizbetriebes wurde im letzten Winter eine mobile Ölheizung in das bestehende Heizungsnetz eingebunden.

Aufgrund der Betriebsgrösse des KUSPO kommen als nachhaltige Energieträger eine Pellets- oder eine Schnitzelheizung in Frage, eine Luft-Wärmepumpe würde nicht genügen. Die Welatec Beratende Ingenieure AG, Interlaken, hat dazu unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit und Realisierbarkeit eine Pelletsheizung empfohlen. Für die Region wäre eine Schnitzelheizung aus wirtschaftlicher und ökologischer Sicht grundsätzlich wünschenswerter. Nach Abklärungen und Gesprächen unter Einbezug von Erich von Siebenthal, Nationalrat und Präsident von Initiative Holz Bern, sowie eines neutralen Heizungsspezialisten kam der Gemeinderat zum Schluss, dass sich die vorgeschlagene Pelletsfeuerung für das KUSPO Lenk als kostengünstigstes neues Heizsystem erweist. Für eine Schnitzelfeuerung müsste im Eingangsbereich ein unterirdisches Schnitzelsilo gebaut werden, was zusätzliche Kosten verursachen würde. Eine Pelletsfeuerung kann in den bestehenden Räumlichkeiten realisiert werden. Gegen eine Schnitzelheizung spricht auch die regelmässige Zulieferung der Holzschnitzel. Hierfür müsste jeweils der Zugang zum Restaurant und im Winter die Langlaufloipe überquert werden.

Das KUSPO ist hälftig im Eigentum von armasuisse Immobilien und der Gemeinde Lenk. Armasuisse Immobilien als Partner unterstützt eine Pelletsfeuerung. Die Kosten für die neue Pelletsheizung belaufen sich auf CHF 1‘026‘000 und werden hälftig von Bund und Gemeinde getragen.

Der Gemeinderat ist der Ansicht, dass die hohen Mehrkosten, welche einen erneuten Betrieb der Notheizung für eine nächste Heizperiode verursachen würden, keinen Aufschub des Geschäftes dulden. Im Zusammenhang mit der unklaren Situation mit dem Versammlungsverbot gemäss Covid-19 Verordnung 2 des Bundesrates hat er deshalb den Verpflichtungskredit von CHF 513‘000 als gebundene Ausgabe gemäss Art. 101 der Gemeindeverordnung des Kantons Bern beschlossen.
Gemäss Art. 60 Abs. 1 Bst. c Ziffer 3 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege des Kantons Bern kann gegen diesen Beschluss innert 30 Tagen Beschwerde beim Regierungsstatthalteramt geführt werden.

Lenk, 29. April 2020
Einwohnergemeinderat Lenk
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Information: Normalerweise wird im Juni eine Akonto-Rechnung für die Gemeindeabgaben versandt. Im Zusammenhang mit der aktuellen Corona-Krise wird in diesem Jahr darauf verzichtet. Der Versand der Gesamtrechnung erfolgt im Spätherbst.
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Dokument Informations-Flugblatt_Gemeindeversammlung_und_Heizungssanierung_im_Kuspo.pdf (pdf, 335.2 kB)


Datum der Neuigkeit 29. Apr. 2020
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